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Eine Reise nach Rumänien....Teil 1

Als wir in Targu Mures ankamen, den Mietwagen geholt hatten und im Hotel eingecheckt hatten, war alles wie in jeder anderen Stadt .

Es war allerdings schon dämmerig und wir haben uns noch auf den Weg zu Cristina gemacht. das Dorf von Cristina liegt 45 km von Tg. Mures entfernt.Eigentlich nicht weit.....Aber man fährt ca. 1 Std.

Als wir bei Cristina ankamen war es stockfinster....wir haben uns eine Stunde aufgehalten und uns unterhalten und sind dann zurück ins Hotel.

45 km in Rumänien auf komplett unbeleuchteten Straßen sind eine echte Herausforderung.

Es sind viele Pferdewagen dort unterwegs...natürlich unbeleuchtet...also muss man mit allem rechnen....dort macht sich niemand Gedanken, ob etwas passiert oder nicht....über die Pferde sprechen wir besser nicht....1 Pferd vor einen Wagen mit 5 Leuten und einer Fuhre Beton unterwegs....man darf nicht nachdenken......

Lediglich einige "Bars"....also Bretterbuden mit Einlass....waren leicht beleuchtet und besucht....Alkohol ist auf dem Land dort ein Riesenproblem....Jeder brennt selber Schnaps und Bier ist wie Mineralwasser.

Allein diese Tatsache erklärt schon ein bisschen die unglaubliche Lethargie der Menschen, die dort auf dem Land leben....

Cristina hat wahnsinnige Probleme Leute zum arbeiten zu finden...wenn sie mal jemanden bekommt, der arbeiten will...geht es 2 Tage lang gut, dann wollen sie die Bezahlung für die 2 Tage, sagen sie kommen am nächsten Tag wieder...aber das passiert natürlich nicht....erst wenn das Geld alle ist, stehen sie wieder auf der Matte.....Zuverlässigkeit oder Verantwortung kommen irgendwie in diesen Regionen nicht vor....dort auf dem Land.....Wie Cristina das aushält ist generell unvorstellbar...

 

eine Rumänienreise Teil 2.....

Am nächsten tag sind wir erst mal bei Lidl einkaufen gegangen...ganz viel Säcke Trockenfutter...das haben wir jeden Tag gemacht solange wir da waren...

Im Hellen sieht vieles dann anders aus...wir fuhren wieder die Strecke zu Cristina...und sahen eine wunderschöne Landschaft.....viele Weiden und Wiesen, sanfte Hügel, viel Grün....die Landschaft ist friedlich und auch zum Teil melancholisch, aber wunderschön.

Die Häuser der Leute dort sind zum größten Teil selbstgebaut...also kein Vergleich mit Deutschland und vor allem nicht nicht mit deutschen Bauvorschriften......aber es ist ok so.

Die Nutztiere dort haben ein grandioses leben...viele Kühe auf der Weide....Schweine, die sich suhlen und überall freilaufende Gänse und Hühner.....keine Industrialisierung von Tieren...auch das war ein schöner Anblick...die Tiere sind zum Selbstbedarf, aber bis sie geschlachtet werden , haben sie ein tolles Leben.

Katzen werden auch akzeptiert, weil sie Mäuse etc fernhalten und Hunde insofern, wenn sie Haus und Hof bewachen, meistens allerdings an der Kette..

Aber nicht alle Kettenhunde sind unglücklich...das beste Beispiel ist unsere Mila....sie hat eine Hütte, regelmäßig zu essen und wasser und Cristina sorgt dafür, dass die Kette länger wird. wir haben ihr Stroh in die Hütte gepackt und als wir am nächsten Morgen wiederkamen, hatte sie sich ein nettes Bett gebaut..

Das große Problem dort ist, dass die Menschen die Tiere nicht kastrieren lassen, was dann immer wieder zu ausgestzten Hunden und Katzen führt, die entweder überfahren werden oder verelenden....eine Sache, die sehr schwer zu ertragen ist und die einer Lösung bedarf...Cristina lässt schon alles kastrieren, was ihr unter die Finger kommt, aber manchmal ist viel Überzeugungsarbeit zu leisten und manchmal klappt es halt gar nicht....

 

Eine Rumänienreise Teil 3.....

Wir sind bei Cristina.....

Beim Betreten des Shelters werden wir vom Rudel in der Front begrüßt.....hier leben die Alten, verletzten, traumatisierten Tiere, und die kleinen Welpen...zusammen in Eintracht mit den Freigängerkatzen.

Sie alle freuen sich unbändig...man hat nicht genug Hände zum streicheln und knuddeln.....sie laufen frei auf einem großen abgetrennten Teil und haben ihre Hütten und Betten, die im Trockenen unter der Veranda stehen.....man findet oft gemischte Betten....sprich Hunde und Katzen aneinander gekuschelt.....

Im hinteren Yard leben die erwachsenen Tiere unter der Herrschaft von Lexie....sie haben ihre Hütten, ein Riesenareal um sich auch mal aus dem Weg zu gehen...Hunde, die lieber alleine sind, wie Oscar und Papy, werden auch in Ruhe gelassen....auch hier wurden wir mit überschwänglicher Freude begrüßt....einige sind relativ scheu Menschen gegenüber...kein Wunder, angesichts der Dinge, die sie erlebt haben mögen....

Das Welpenhotel, in dem, die mittlerweile zu Teenies herangewachsenen Welpen leben brummt nur so von Leben.....alle wollen zuerst gekuschelt werden....

Zur Zeit wird eine große Fläche abgeteilt, in das die Teenies umziehen, um mehr Platz zu haben.

Im hinteren Teil sind die Quarantäne Paddocks, in dem Hunde leben, deren Impfung noch nicht wirksam ist...

Ein anderer Paddock beherbergt zur zeit die M's genannten 5 Mädchen, die dann ins Welpenhotel umziehen....

Alle Gehege sind gepflegt, gut eingezäunt und bieten viel Platz...den Hunden steht ständig frisches Wasser zur Verfügung und sie werden täglich gefüttert...Sie sind, soweit alt genug, alle geimpft und gechippt, kastriert und werden regelmäßig entwurmt....

Die Tiere sind alle gut sozialisiert und leben in Eintracht.....sicherlich kommt es auch mal zu Rangeleien...aber das sind mehr Mutproben und alle gehen ohne große Verletzungen aus....

Die Katzen im Haus verteilen sich überall...Hauptsache bequem.....

Der Kittenkindergarten lebt hauptsächlich in der Küche...bringt alles durcheinander....räumt in Abfalleimern rum und klaut alles was bei drei nicht auf den Bäumen ist....

Auch innerhalb des Hauses ist es trotz der Mengen an Katzen und Hundebesuchern sehr sauber....Cristina wischt mindestens 10 x am Tag....wie sie die ganze Arbeit leistet und alles so in Ordnung hält, sowohl drinnen, als auch draussen ist mir ein absolutes Rätsel und erfüllt mich mit Hochachtung

Was diese Frau leistet ist unvorstellbar, zumal sie in nur ganz seltenen Fällen Hilfe hat...es ist einfach unglaublich.

 

 

Eine Rumänienreise Teil 4...das Resümee....

Tja...was sollen ich sagen....vorab sei gesagt, ich selbst war nie zuvor in osteuropäischen Ländern......meine Gefühle zu Rumänien sind ambivalent...Rumänien ist ambivalent....

In Targu Mures hat man den Eindruck es könnte eine x-beliebige Stadt sein, die sich auch in Griechenland und Spanien z.b. finden lässt....relativ moderne Ortsmitte...die abgehenden Straßen und Gassen...sind eher veraltet.

Auf der Fahrt zu Cristina....die Straßen dorthin sind bis kurz vor ihrem Dorf...gut...und ich konnte viel beobachten.....einige Eindrücke habe ich ja bereits geschildert....

 

Man darf keine deutschen Standards erwarten und in vielen Dingen einfach nicht deutsch denken.....

Die Tatsache, dass dieses Land aus einem jahrzehntelangen autoritären System von jetzt auf gleich in die Demokratie geworfen...wurde....hat in weiten Teilen nicht funktioniert, ebenso wie der technische Fortschritt eher zäh dort ankommt....fließendes Wasser ist auf den Dörfern eher noch eine Sensation...

Viele Menschen dort kommen nicht hinterher, in dem Maße, in dem es nötig wäre...viele fühlen sich entwurzelt und kommen nicht hinterher....

Sie sind in ein anderes Land hineingeboren und nicht in der Lage etwas zu ändern...sich zu ändern....daher wohl die Lethargie und der Alkoholismus, die besonders auf dem Land herrschen...

All das soll jedoch keine Entschuldigung sein völlig wertfrei zu leben...Tiere zu quälen, Kinder einfach so nebenher aufwachsen zu lassen, die durch diese Einstellung natürlich auch keine wahren Vorbilder haben...

Menschen wie Cristina sind dort Ausnahmen und werden auch genau deswegen angefeindet...

Rumänien ist ein schönes Land....und es ist den Rumänen zu wünschen, dass sie endlich in der heutigen Zeit ankommen und die Chancen nutzen..

Aber trotz aller Vorbehalte würde ich wieder dorthin fahren...zu Cristina und ihren Tieren...

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